SG Weissach im Tal – TSF Welzheim 21:26 (7:11)
Der Tälesexpress ist mit einer Niederlage in die neue Bezirksliga-Saison gestartet. Gegen die mit zwei Siegen stark in die Saison gekommene TSF Welzheim musste sich die SGW am Sonntagabend vor stimmungsvoller heimischer Kulisse mit 21:26 geschlagen geben. Über weite Strecken überzeugten die Weissacher mit einer leidenschaftlichen Abwehrleistung und großem Kampfgeist. Was am Ende zu Zählbarem fehlte, war vor allem die Konsequenz im Abschluss.
Chancenwucher verhindert bessere Ausgangslage
Von Beginn an entwickelte sich das erwartet intensive Spiel, in dem beide Abwehrreihen und die Torhüter auf beiden Seiten den Ton angaben. Der Tälesexpress war sofort im Spiel, hielt dagegen und lag nach gut 13 Minuten in einem bis dahin ausgeglichenen Spiel mit 4:5 zurück. Dann setzte sich Welzheim mit 5 Toren am Stück deutlicher ab. Während die Gäste ihre Möglichkeiten konsequenter nutzten, ließ die SGW vorne reihenweise beste Chancen liegen. Freie Würfe neben das Tor, Pfosten, Latte… der Ball wollte schlicht nicht ins Tor. Mehr als zehn Minuten ohne eigenen Treffer nutzte Welzheim zum 4:10. Auch ein kurzer Versuch mit dem siebten Feldspieler brachte nicht den gewünschten Effekt. Vor allem aus dem Rückraum fehlten noch Anlaufgeschwindigkeit und Zug zum Tor.
Was jedoch von der ersten Minute an stimmte, waren Einsatz und Abwehrarbeit. Die SGW ließ sich nicht abschütteln und kämpfte sich vor der Pause wieder etwas heran. Julius Watzek rüttelte das Team mit einem starken Abstaubertor vor der Pause nochmal auf. Das 7:11 zur Pause sah schon nicht mehr so ganz schlimm aus. Auch im Publikum war spürbar, dass auf jeden Fall noch was gehen kann!
Der Tälesexpress nimmt endlich Fahrt auf
Der Start in den zweiten Durchgang verlief zunächst alles andere als optimal. Welzheim erhöhte schnell auf 7:14. Erst eine doppelte Überzahl brachte den Weissacher Angriff langsam ins Rollen und die ersten Tore nach dem Seitenwechsel.
Und dann wurde es richtig laut im Weissacher Wohnzimmer.
Gestützt auf eine immer stärker werdende Defensive schaltete der Tälesexpress plötzlich einen Gang höher. Die SGW erkämpfte sich Bälle, drückte aufs Tempo und spielte nun genau den Handball, den man sich vorgenommen hatte. Aus einer stabilen Abwehr mit Geschwindigkeit nach vorne, mit Zug zum Tor und kompromisslosen Abschlüssen.
Aus dem 11:16 wurde innerhalb weniger Minuten ein 16:17! Spätestens als David Pfeiffer zum 17:18 traf, war die Halle endgültig da. Welzheim bekam kaum noch einfache Abschlüsse, während auf Weissacher Seite plötzlich Tempo und Emotionen das Spiel bestimmten.
„Gerade in dieser Phase hat man gesehen, wie wir Handball spielen wollen. Aggressiv und gemeinsam in der Abwehr, dann mit Tempo nach vorne. Die Mannschaft hat sich trotz des Rückstands nie aufgegeben und die Halle richtig mitgenommen. Diese Intensität wollen wir über längere Phasen auf die Platte bekommen“, zeigte sich Trainerin Judit Lukács trotz der Niederlage mit vielen Aspekten des Auftritts zufrieden.
Ein Tor fehlt zum endgültigen Stimmungsumschwung
Mehrfach hatte der Tälesexpress den Ausgleich nun zum Greifen nah, doch der sprichwörtliche Bock wollte einfach nicht umgestoßen werden. Beim 18:19 war Weissach erneut bis auf einen Treffer herangekommen, kassierte jedoch postwendend das 18:20. Wenig später setzte sich Welzheim wieder auf drei Tore ab.
Damit kippte auch das Momentum wieder etwas in Richtung der Gäste. Die SGW kämpfte weiter, doch ausgerechnet jetzt meldete sich das bereits aus Halbzeit eins bekannte Schusspech zurück. Hinzu kamen die eingeschränkten Wechselmöglichkeiten, nachdem sich bereits beim Aufwärmen und im Spiel weitere Spieler Blessuren zugezogen hatten und nicht mehr eingesetzt werden konnten.
Trotzdem gab sich Weissach nicht geschlagen. Der wuselige Lukas Krautter stellte knapp drei Minuten vor Schluss noch einmal auf 21:24. Die Schlussoffensive wurde anschließend jedoch im Keim erstickt. Ein unachtsamer Fehlpass im eigenen Gegenstoß schenkte Welzheim das 21:25. Auf der Gegenseite landete der nächste SGW-Abschluss – passend zu diesem Abend – wieder am Aluminium.
Selbst ein gehaltener Siebenmeter von Marco Pfauser brachte schließlich kein Glück mehr, da der Abpraller wieder bei den Gästen landete. Und wie hätte es an diesem Abend anders sein sollen: Auch der letzte Weissacher Abschluss krachte noch einmal an den Pfosten.
Viel Positives aber zu wenig Ertrag
So stand am Ende eine 21:26-Niederlage, die sich durchaus vermeidbar anfühlte. Welzheim präsentierte sich über 60 Minuten den entscheidenden Tick abgeklärter und bewahrte insbesondere in den engen Phasen einen kühlen Kopf. Die Gäste verdienten sich damit den Sieg, die SGW machte ihnen das Leben durch ihre mangelhafte Chancenverwertung allerdings auch deutlich leichter.
„Natürlich ärgert uns die Niederlage, weil heute mehr möglich gewesen wäre. Wir haben uns mit unserer Chancenverwertung selbst um den Lohn für eine wirklich gute kämpferische Leistung gebracht. Welzheim war in den entscheidenden Situationen etwas souveräner. Aber auf unsere Abwehr, unseren Einsatz und die Reaktion in der zweiten Halbzeit können wir aufbauen. Jetzt müssen wir daran arbeiten, vorne konsequenter zu werden“, fasste Lukács die Partie zusammen.
Die Mannschaft kämpfte sich trotz zwischenzeitlich sieben Toren Rückstand zurück in ein bereits verloren geglaubtes Spiel und hatte den Ausgleich mehrfach vor Augen. Und auch das Weissacher Wohnzimmer meldete sich eindrucksvoll aus der Sommerpause zurück. Eine volle, laute Halle, große Emotionen und eine hitzige, aber jederzeit faire Atmosphäre sorgten für einen würdigen Rahmen zum Saisonauftakt.
Vielen Dank an unser überragendes Publikum – genau das haben wir vermisst!
Lange Zeit zum Ärgern bleibt ohnehin nicht. Bereits am kommenden Sonntag, 11. Oktober, möchte es der Tälesexpress besser machen. Um 17 Uhr tritt die SGW auswärts bei der SG Schorndorf 2 an. Dort gilt es, die starke Abwehrarbeit und den Kampfgeist aus dem Saisonauftakt mitzunehmen und sich für den Aufwand dieses Mal auch mit den ersten Punkten der neuen Spielzeit zu belohnen. /miw
Für unsere SGW am Ball:
Marco Pfauser, David Hamann, Benedikt Pollak; Fynn Wolke (4/1), Philipp Kroll (4), Lukas Krautter (3), David Pfeiffer (3), Julius Watzek (2), Maximilian Fuchshuber (2), Sven Ilse (1), Joscha Siegel (1), Maximilian Voigt (1), Matthias Wertenauer, Marvin Häußer, Maximilian Zanker
